Im Tierheim warten viele Katzen auf ihre neuen Familien. Wir haben eine von dort.

Ein neues Zuhause schenken

Geht man ins Tierheim mit dem Vorsatz, einem Tier ein schönes neues Zuhause zu geben, kommt man normalerweise mit dem Gefühl des mildtätigen Retters dort an. Die Enttäuschung ist groß, wenn man von den Mitarbeitern kritisch befragt wird und einem großes Misstrauen entgegenschlägt. Der Grund dafür liegt in den vielen schlechten Erfahrungen des Tierheimpersonals.

Ein entsprechendes Zuhause finden

Die kritische Begutachtung durch das Tierheimpersonal ist aber kein Grund, nicht einmal im Tierheim vorbei zu sehen, wenn man sich ein Tier ins Haus holen möchte. Die gestellten Fragen sind einzig dazu da, das Tier in ein seinen Charaktereigenschaften entsprechendes Zuhause zu vermitteln und es damit vor der Rückkehr ins Heim zu bewahren. Da die dortigen Betreuer die Charaktere der einzelnen Tiere kennen, können nur sie beurteilen, welches neue Umfeld dem jeweiligen Zögling entspricht. Auch wollen die Tierschützer gewährleistet wissen, dass vermittelte Tiere artgerecht gehalten werden.

Fragen seitens des Tierheimpersonals

Mit Sicherheit werden Ihnen folgende Fragen gestellt werden:

Ist genügend Zeit für die Bedürfnisse des auserwählten Tieres vorhanden?

Leben in dem Haushalt Kinder und wie alt sind diese?

Leben Sie in Miete oder Eigentum und wie groß ist die Wohnung? Groß genug für die Anforderungen von zwei oder mehr Katzen? Ist der Katze Freigang erlaubt?

Ist der Vermieter mit der Tierhaltung einverstanden (schriftliche Erlaubnis muss vorliegen)?

Leben weitere Tiere im Haushalt?

Ist die Finanzierung von Tierarztkosten, Futter, Pflege etc. gesichert und ist man gegebenenfalls bereit, auch größere Operationen zu bezahlen?

Gerade die Frage nach den familiären oder finanziellen Verhältnissen ist manchen Menschen unangenehm. Sie muss aber gestellt werden, da ein Tier nicht unbedingt nur als "Liebesfüller" nach einer Trennung gesehen werden darf.

Katzen und Kinder

Auch eine Katze nur wegen der Kinder anzuschaffen, ist mehr als leichtsinnig. Die jetzt noch 10 Jahre alte Tochter ist mit Sicherheit in 8-10 Jahren aus dem Haus und die Katze kann bis zu 16 Jahre alt werden. Überlegen Sie sich gut, was in den nächsten 10-15 Jahren in Ihrem Leben vor sich gehen könnte, denn so lange müssen Sie sich und Ihre gesamte Lebensplanung nach dem neuen Familienmitglied und mit ihm zusammen ausrichten.

Vertrauliche Vermittlung

Natürlich werden die im Tierheim gemachten Angaben streng vertraulich gehandhabt. Sie müssen schließlich auf einer sogenannten Vorauskunft und einem Abgabevertrag eingetragen werden. Mit der darauf gesetzten Unterschrift verpflichten Sie sich dazu, nur richtige Angaben gemacht zu haben. Seien Sie sich darüber im Klaren, dass unrichtige Angaben bei einem Besuch eines Kontrolleurs, der unangemeldet immer wieder nach dem Rechten schauen wird, in Ihrem Zuhause schnell erkannt werden. Ist allerdings alles Ihren Erzählungen entsprechend und passt das Tier zu Ihnen und Sie zu dem Tier, steht einer Vermittlung meist nichts mehr im Weg.

Zum Schutz des Tiers

Werden im Nachhinein bei einem Routinebesuch gravierende Unstimmigkeiten entdeckt, hat der neue Tierbesitzer mit seiner Unterschrift sich dazu bereit erklärt, dass das Tierheim das Tier wieder zurückholen kann. Der Abgabevertrag ist nämlich kein Kaufvertrag. Vielmehr wird einem das Tier unter bestimmten Bedingungen überlassen, die man verbindlich auf dem Vertrag unterschreibt. Der Sinn dieser vielleicht hart erscheinenden Regelungen ist, dass Hund und Katz vor weiteren schlechten Erfahrungen bewahrt werden sollen und kein illegaler Handel mit Tieren betrieben wird.

Die Hürde nehmen!

Trotz dieser Hürden, die man als potentieller neuer Besitzer eines Tierheimtiers bewältigen muss, lohnt sich ein Besuch des nächstgelegenen Tierheimes. Schauen Sie einfach mal rein und seien Sie milde gegenüber den kritischen Fragen der Mitarbeiter eingestellt.